Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

  • Weinernte 2011: Weinhändlerbespaßung

    Bei strahlendem Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen wurde gestern mit einer Gruppe Weinhändler ein Praxisseminar durchgeführt: Selektive Weinlese, Traubenverarbeitung und ökologische Weinbereitung für Endverbraucher und Fortgeschrittene. Es hatten sich zu diesem Seminar zwar noch weitere Endverbraucher angemeldet und leider, bis auf einen, wieder abgesagt. Den ganzen Tag ernten, dann Traubenverarbeitung und in den frühen Abendstunden eine Weinprobe. Ich  stand ich für alle Fragen zur Verfügung und nahm mir Zeit, die hoffentlich richtigen Antworten zu geben.

    Derweil wir im Weinberg selektiv ernteten, gab es musikalische Begleitung vom Männergesangverein „Cäcilia“ Reil und Burg, einem Männerchor aus Brügge und dem Mandolinenclub „Mosella“ Reil , die das alljährliche Frühschoppenkonzert in den Reiler Moselanlagen durchführten.

    Leichte Sorgen mache ich mir über die Mosttemperaturen. Die kleinen Mostmengen die wir momentan bei der Vorlese ernten,  können wir noch auf optimale Gärtemperaturen kühlen. Eine normale Kompletternte, mit den dann sehr großen Saftmengen,  wäre kühlungstechnisch nicht zu bewältigen. Lt. Wettervorhersage soll es ab Mitte der Woche kühler werden und dieses kleine Problem wäre gelöst.

     

     

  • Weinernte 2011: Der erste Riesling

    So sollten nun alle Trauben in den beiden Weinbergen in der Reiler Goldlay aussehen, nachdem wir die erste selektive Ernte durchgeführt haben.  War weit weniger zu selektieren wie ich mir das vorgestellt hatte. Die verbliebenen Trauben können nun weiter reifen.

    Siesta nach dem Mittagessen bei hoch sommerlichen Temperaturen im Schatten.

    Auch für die Trauben könnten die Temperaturen tiefer sein. Der Riesling mag es, wenn er auf kleiner Flamme gegart wird. Ich auch, bei kühlerem Wetter läuft man weniger schwitzend der Berg hoch und runter.

  • Weinernte 2011: Planspiele

    Planspiele für die Weinernte. Nachdem wir heute alle Rieslingweinberge intensiv begutachtet haben, steht unsere Ernteplanung, so im Prinzip.  In zwei Weinbergen in der Reiler Goldlay werden schon diese Woche  abgängige Trauben selektiert. Dann am Sonntag Weinhändlerbespaßung mit weiterem selektivem ernten. Der richtige Herbststart ist nach dem dritten Oktober. Wie bei Aschenputtel: Die richtig Guten dürfen zum weiteren Reifen hängen bleiben, die anderen sind für die Basisweinproduktion bestimmt. Zwischendurch der Sektgrundwein, vor ergiebigen Regenfällen auf jeden Fall unsere beiden steilsten Weinberge, da sonst ein Traubentransport mit dem Kettenschlepper aufgrund des nassen Bodens nicht möglich ist.

    So eigentlich der grobe Plan…

    Nun noch die Feinheiten der Planspiele:

    Das Hagelunwetter vom 26. August hat in der Reiler Goldlay, im Gegensatz zu den Burger Weinbergen,  größere Schäden an den Blättern verursacht. Das könnte bedeuten, das wir die Reiler Weinberge etwas später ernten, da die Reife der Trauben vielleicht durch die fehlende Assimilationsfläche verzögert wird. Alles kein Problem, solange das Wetter mitspielt. Die von Hagel getroffenen Beeren sind eingeschrumpft und werden uns qualitativ keine Sorgen bereiten.

    Dazu kommen noch qualitative Aspekte, wie Bernhard Fiedler hier in seinem Blog berichtet. Der Einfachheit halber bitte dort nachlesen. Vieles dort gesagte trifft auch auf unseren Riesling zu.

    Und wie immer bei diesen Planspielen: Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern, wenn ich morgens die Planungen verwerfe, die am Abend vorher gemacht wurden. Zumindest ist die Langfristwetterprognose winzerfreundlich.

  • Weinernte 2011: Altweiberhoch

    Ein stabiles Altweiberhoch haben die Meteorologen gemeldet. So einen richtig schönen Spätsommer mit morgendlichen Eifelnebel, der über die Bergkante ins Moseltal fließt. Das ideale Wetter für die weitere Reife des Moselrieslings. Kühle Nächte für die Aromaausprägung, warme Tage für die weitere Traubenreife und trocken, damit die Trauben gesund bleiben.

    Erntebeginn ist für den 2. Oktober geplant, morgens um 10.00 Uhr. Eine Gruppe von Weinhändlern möchte einmal bei der Traubenernte und -verarbeitung dabei sein. So eine Art Praxisseminar. Mithilfe im Weinberg und Keller, dabei jede Menge wissenswertes lernen und gute Verpflegung, flüssig wie fest.  Wer Lust hat daran teilzunehmen, kann sich bei uns melden.

  • Weinernte 2011: Murphys Gesetz

    Murphys Gesetz in Vollendung:  „Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.“

    Hier berichtete ich über meine Weinpresse, die nicht mehr so wollte wie ich. Wird teuer. Aber nun mal von Anfang an, der im Herbst letzten Jahres beginnt. Ein pneumatisches Ventil blieb des öfteren hängen. Vor drei Wochen die Presse zum Kellereifachhandel gebracht und ein neues Ventil mit Stellmotor wurde eingebaut (Blau im Bild). Beim Keltern der Rivanertrauben versagte die Automatik und ich musste per Hand steuern.

    Nach der telefonischen Diagnose des Elektrofachmannes lag das Problem an einer der vier eingebauten Zeitschaltuhren (links über den roten Schalter im Bild). Die Monteure wechselten die Uhr, der Kelter lief wieder im Automatikmodus.  Nach kurzer Zeit eine Störungsmeldung und es  qualmte und stank aus dem Schaltschrank. Der Transformator für die Steuerspannung hatte den Geist aufgegeben. Nachdem dieser auch ausgetauscht war, lief die Presse. Bis die zweite Zeitschaltuhr weitere Steueraufgaben erledigen sollte. Und? Klar, auch kaputt! Eine weitere neue Schaltuhr wurde eingebaut. Kelter lief, die erste erledigte ihre Aufgabe, gab dann an die zweite Uhr weiter, lief auch, aber dann die dritte….

    Natürlich: „Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.“  Muss bestellt werden und wenn diese dann eingebaut ist, hätten wir noch die vierte Zeitschaltuhr…

    Ich wette, das diese dann auch noch ihren Geist aufgibt.

  • Weinernte 2011: Dinge, die der Winzer gar nicht braucht

    Heute bei der Rivanerernte:  Dinge, die der Winzer gar nicht braucht. Das schwül warme Wetter mit Regen in den letzten Tagen, hatte dem Rivaner gar nicht gut getan. Sämtliche, mir bekannten Schaderreger konnte ich auf den Trauben bewundern: Grauschimmel, Penicillium, Rosaschimmel, Blauschimmel, Schwarzfäule, Essigfäule und so weiter. Daneben noch etwas Vogelfraß, Stöcke ganz ohne Trauben durch den Maifrost und als kleinstes Übel der Hagelschlag von vor drei Wochen.

    Fleissige Hände haben die erkrankten Beeren gänzlich aussortiert und aus den gesunden Trauben ist dann ein wohlschmeckender Saft ins Gärfass gelaufen. Die Erntemenge war größer als erwartet, leider auf einem geringen Niveau.

    Gott sei dank ist der Riesling noch sehr gesund!

    Die Krönung dann beim Keltern, die Automatik der Weinpresse versagte. Also daneben gestanden und per Hand die Presse bedient. Eine Eieruhr informierte mich, wann der Presskuchen gelockert werden sollte und der Pressdruck erhöht werden musste. Nun warte ich auf  den Monteur…

     

  • Weinernte 2011: Nachbarschaftshilfe

    Nach einem üppigen Frühstück haben wir heute morgen unserem Kollegen Thomas bei der Weinernte geholfen. Rechtzeitig vor dem mittäglichem Gewitter waren die Trauben geerntet und die Vogelschutznetze  entfernt.

    Als fast reines Rieslingweingut haben wir zur Zeit Arbeitskapazitäten frei und haben schon einige Tage bei Freunden frühreife Traubensorten geerntet. Unsere Freunde helfen uns dann im Rahmen der Nachbarschaftshilfe bei der Rieslingernte zurück. Neben unserer festen Erntemannschaft haben wir dann eine sehr flexible Einsatztruppe aus lauter Fachkräften.

     

  • Weinernte 2011: Generalreinigung

    Die herbstlichen Vorbereitungen sind weit gediehen. Anfang der Woche wurde das die Holzfässer konservierende Wasser abgelassen und die Fässer mittels Hochdruckreiniger und Heißdampf außen und innen gereinigt. Die Edelstahltanks und die in der Weinlese benötigten Gerätschaften  sind nun ebenfalls gereinigt.

    Bis zur Rieslingernte sind es noch einige Wochen. Die frühen Vorbereitungen dienen unserer kleinen Rivanerparzelle,  die im Mai einen Frostschaden erlitten hat und in der sich leider Fäulnis breit macht. Die Erntemenge wird sehr dürftig sein.  Nächste Woche ist Ernte.

  • Gestern Abend: Wolkenmalerei und Regenbogen

    Immer wieder schön: Akzentreiche Licht- und Wolkenzeichnungen am Himmel.  Leider für uns als Talbewohner mit einem eingeschränkten Horizont sehr selten.

     

  • 19. internationale Bergweinverkostung

    CERVIM, das Forschungs- und Studienzentrum zur Wertschätzung des Weinbaus in den Bergregionen, hatte zur Preisverleihung für die deutschen Teilnehmer geladen. Bei der internationalen 19. Bergweinverkostung, gab es für die deutschen Steillagenwinzer jede Menge Medaillen abzuholen.

    Empfang vor dem Steillagenkompetenzzentrum in  Bernkastel-Kues mit Trommelwirbel (Weltklasse!), dann die Begrüßung durch deren Leiter Hubert Friedrich, eine Laudatio des scheidenden Präsidenten  der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier, Herrn Dr. Peter Mertes, danach die Politiker, die das übliche Nichtssagende als Laudatio von sich gaben. Unsere Blicke richteten sich währenddessen durch die Innenfenster zum Weinprobenraum – die Probenweine wurden so langsam warm – aber die Laudatoren bemerkten nicht unsere sehnsüchtigen Blicke. Kurz und schnell die Verleihung der Urkunden und die Siegerweine konnten im Anschluss verkostet werden.

    Auch ich konnte mir eine Goldene Medaille umhängen. Die dazu gehörende Urkunde wird neben vielen anderen nun unsere Probierstube schmücken. Wieder eine Bestätigung für uns, das unsere Weine nicht zu den schlechtesten gehören, egal, was man über solche Weinwettbewerbe denken mag.